Die richtige Arbeitskleidung

Im Vergleich zu einem Job im Büro, sind Handwerker durch ihre Arbeit auf Baustellen einem besonders großen Unfall- und Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Besonders für diejenigen, die bei Wind und Wetter stets draußen ihre Arbeit verrichten, steigt die Unfallgefahr noch weiter an. Gerade aus diesem Grund ist es insbesondere für diese Berufsgruppe sehr wichtig bei der Arbeit eine passende, schützende Arbeitskleidung zu tragen.

 

Es gibt Arbeitsschutzmaßnahmen für Beschäftigte im Baugewerbe und Handwerk, die eine geeignete Ausstattung mit Sicherheitsschuhen und Arbeitsschutzkleidung für eine ordnungsgemäße Sicherheit bei der Arbeit vorsieht. Die Betriebsvereinbarungen des jeweiligen Arbeitgebers, sowie die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft verordnen in diesem Zusammenhang allen betroffenen Beschäftigten eine Nutzung der sogenannten „persönlichen Schutzausrüstung“ (PSA).

 

Wie eine geeignete Arbeitskleidung auszusehen hat, legt eine sogenannte “Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstung” fest. Unter Arbeitsschutzkleidung versteht man lediglich spezielle Kleidung, die man nur während der Arbeitszeit. Mittlerweile schreiben Arbeitgeber ihren Mitarbeitern auch eine einheitliche Arbeitsschutzkleidung vor, um den Wiedererkennungswert zu unterstreichen.

 

Zur allgemeinen Arbeitsschutzkleidung gehören beispielsweise:

  • Arbeitsjacke
  • Arbeitsschutzhelm
  • Arbeitsschutzhose
  • Arbeitsweste
  • Gehörschutz
  • Hitzebeständige Schutzkleidung (zum Beispiel für Schweißer)
  • Kniepolster / Knieschützer
  • Sicherheitshandschuhe
  • Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe / Zehenschutzkappe und Durchtrittschutz
  • Schutzbrille
  • Schutzkleidung gegen Kälte und Nässe
  • Schutzmaske (zum Beispiel gegen Staub)

 

Besonders wichtig auf der Baustelle sind vernünftige Schuhe.

Ziel des sogenannten Sicherheitsschuhs ist es, Unfälle oder Verletzungen auf Baustellen zu vermeiden. Eine genaue Kennzeichnung beschreibt bei jedem einzelnen Sicherheitsschuh die spezielle Ausrüstung: Hier wird nach sogenanntem Sicherheitsgrad unterschieden, S1 bis S4:

S1 = Zusatzanforderungen (A+FO+E)
S2 = wie S1 plus zusätzlich bedingte Wasserdichtigkeit (A+FO+E+WRU)
S3 = wie S2 plus zusätzlich durchtrittsicher (A+FO+E+WRU+P)

S4 = wie S1 aber als wasserdichter Stiefel

A = antistatische Schuhe

E = Energieaufnahme im Fersenbereich
P = Durchtrittsicherheit
FO = Öl- und benzinresistente Sohle
WRU = Wasserdurchtritt und -aufnahme des Schuhoberteils

Um den eigenen Fuß besonders zu schützen, benötigt der Sicherheitsschuh folgende Eigenschaften und Extras:

  • Eingearbeitete Stahlkappe
  • Gelenkverstärkung
  • Fersenschutz
  • Knöchelschutz
  • Trittsichere Schuhsohle
  • Antistatisch
  • Rutschhemmend

Wer zahlt den Spaß?
Arbeitsschutzkleidung ist nicht gerade günstig, da stellt sich die Frage: Wer bezahlt das? Der Arbeitgeber oder der Beschäftigte selbst? Grundsätzlich ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet die gesamte Kleidung zur Verfügung zu stellen und auch zu bezahlen. Jeder Mitarbeiter, sowie Azubis, hat das Recht auf seine eigene Arbeitsschutzkleidung. Es ist rechtlich nicht erlaubt, dass Arbeitskleidung geteilt wird. Außerdem ist der Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass sich die Arbeitskleidung in einem vernünftigen Zustand befindet.

Wenn der Arbeitgeber eine Arbeitsschutzkleidung anordnet, sind alle Arbeitnehmer des Unternehmens auch dazu verpflichtet diese ordnungsgemäß zu tragen. Missachtet der Arbeitnehmer diese Verordnung, muss er mit einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses oder einer Abmahnung rechnen, denn er riskiert so den gesetzlichen Unfallschutz.

Wenn ein Mitarbeiter allerdings wegen seines Berufes nicht zwingend eine Arbeitsschutzkleidung benötigt, sondern er diese aus persönlichen Gründen tragen möchte, ändert sich die ein oder andere Verpflichtung: Einige Arbeitnehmer wollen zum Beispiel die eigene private Kleidung nicht verschmutzen oder riskieren, dass ihre Kleidung beschädigt wird. In diesem Fall ist der Arbeitgeber keinesfalls dazu verpflichtet eine Arbeitsschutzkleidung zur Verfügung zu stellen oder Kosten zu übernehmen. Hier darf er verlangen, dass sein Arbeitgeber selbst für die Bezahlung der Arbeitskleidung aufkommt.