Das ändert sich 2018

Mit dem neuen Jahr 2018 haben sich einige Vorschriften und Gesetze geändert oder sind neu in Kraft getreten. Das hat zum Teil auch Auswirkungen für Handwerker und Unternehmer. Die wichtigsten dieser Änderungen 2018 finden Sie hier in der Übersicht.

Änderungen Lohn:

2018 ändern sich Gesetze

Mindestlohn ab sofort bindend

Die Übergangsfrist für den Mindestlohn ist ausgelaufen: Seit dem 01. Januar 2018 gilt der Mindestlohn von 8,84 Euro bundesweit und für alle Branchen. Dementsprechend sind Verträge, die den gesetzlichen Mindestlohn unterschreiten, nicht mehr zulässig.

Mindestlohn steigt im Elektrohandwerk, Maler- /Lackiererhandwerk und Steinmetz- /Steinbildhauer-Handwerk

Im Elektrohandwerk ist der Mindestlohn seit Jahresbeginn von 10,65 Euro (West) beziehungsweise 10,40 Euro (Ost) auf 10,95 Euro bundesweit gestiegen.

Zusätzlich erhöhen sich im Laufe des Jahres 2018 die Mindestlöhne im Maler- und Lackiererhandwerk sowie im Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerk. Ab Mai 2018 gelten für ungelernte Maler- und Lackierer statt 10,35 Euro Mindestlöhne von 10,60 Euro und für Gesellen statt 13,10 Euro (West inklusive Berlin) 13,30 Euro beziehungsweise statt 11,85 Euro (Ost) 12,40 Euro.

Für Steinmetze und Steinbildhauer steigt der Mindestlohn von 11,40 Euro (West inklusive Berlin) beziehungsweise 11,20 Euro (Ost) bundesweit auf 11,40 Euro.

Lohntransparenz-Gesetz tritt in Kraft

Ab sofort haben Beschäftigte einen Auskunftsanspruch zum Vergleich von Löhnen für Kollegen in gleich qualifizierten Tätigkeiten. Dazu muss der Betrieb mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigen. Differenzen im Lohn zwischen Männern und Frauen sollen so ausgeglichen und Benachteiligungen schneller erkannt werden.

 

Änderungen Steuer:

Längere Fristen für die Steuererklärung

Das Finanzamt gewährt ab sofort längere Fristen für die Einkommensteuererklärung: Der bisherige Stichtag, der 31. Mai, verschiebt sich um zwei Monate auf den 31. Juli. Für die Steuererklärung des Jahres 2018 hat man im nächsten Jahr also zwei Monate mehr Zeit, um die Steuererklärung selbst zu erstellen. Achtung: Für die Steuererklärung des Jahres 2017, die in diesem Jahr abgegeben werden muss, gilt noch der 31. Mai als Stichtag.

Für Steuererklärungen, die von Steuerberatern oder anderen Profis angefertigt werden, ändert sich die Frist ebenfalls. Die Steuererklärung für das Jahr 2018 muss erst bis Ende Februar 2020 fertig werden.

Höherer Grundfreibetrag für die Einkommensteuer

Für die Einkommensteuer gilt seit dem 1. Januar 2018 ein höherer Grundfreibetrag, dieser steigt von 8820 Euro auf 9000 Euro. Ab sofort muss Einkommen erst ab dieser Summe versteuert werden.

Belege für die Steuererklärung nicht mehr gefordert

Eine Belegvorlage bei der Steuererklärung für das Jahr 2018 wird vom Finanzamt nicht mehr gefordert. Natürlich dürfen Belege weiterhin freiwillig angehangen werden. Zusätzlich kann das Finanzamt trotzdem bei Bedarf Unterlagen anfordern. Belege sollten dementsprechend aufbewahrt werden.

 

Änderungen für Unternehmer:

Änderungen im Mutterschutzgesetz

Seit Jahresbeginn gelten einige neue Änderungen im Mutterschutzgesetz.

Vor allem der Arbeitsschutz soll verbessert werden: Arbeitgeber sollen Arbeitsplätze auf Gefährdungen für Schwangere prüfen. Zusätzlich sind Arbeiten, die in einem vorgegebenen Zeittempo bearbeitet werden sollen, für schwangere Frauen mit einem Beschäftigungsverbot verhängt.

Außerdem wurde die Schutzfrist von sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen nach der Geburt auch auf Schülerinnen und Studentinnen ausgeweitet. Für Mütter mit einem Kind mit Behinderung wurde die Schutzfrist von acht auf zwölf Wochen nach der Geburt erhöht.

Des Weiteren greift der Kündigungsschutz ab sofort auch für Frauen, die eine Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche haben.

Pflicht der elektronischen Vergabe für öffentliche Ausschreibungen

Öffentliche Ausschreibungen bei europaweiten Vergaben müssen ab Oktober 2018 elektronisch vergeben werden. Nicht elektronisch eingereichte Angebote dürfen im Vergabeverfahren nicht mehr miteinbezogen werden und dementsprechend auch nicht angenommen werden.

Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter höher

Geringwertige Wirtschaftsgüter können ab sofort bis zu 800 Euro netto als Betriebsausgabe sofort abgeschrieben werden, statt wie vorher bis zu 410 Euro.

Neue Regelungen für die Betriebsrente

Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz soll die Betriebsrente vor allem für kleinere Betriebe attraktiver machen. Falls Beschäftigten, die weniger als 2200 Euro brutto verdienen, eine Betriebsrente angeboten wird, erhalten Arbeitgeber einen Steuerzuschuss von 30 Prozent. Die Beiträge, die dafür entfallen, liegen bei 240 bis 480 Euro im Jahr.

Zusätzlich besteht kein Haftungsrisiko für Arbeitgeber mehr, sie müssen ihren Mitarbeitern also keinen festen Betrag mehr zusichern.

Neues Werkvertragsrecht

Das Werkvertragsrecht für Betriebe, die in der Baubranche tätig sind, hat sich mit dem neuen Jahr geändert. Das bedeutet vor allem Anpassungen für den Bau- und Verbrauchervertrag.

Neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

In ganz Europa wird ab Mai 2018 die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wirksam. Diese gilt für alle Betriebe, die mit Kundendaten arbeiten. Durch die neue EU-Verordnung sollen personenbezogene Daten besser geschützt werden.

Einnahmenüberschussrechnung als Pflicht für Kleinunternehmer

Für Unternehmer oder Freiberufler, die für sich die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, reicht eine formlose Gewinnermittlung für die Steuererklärung ab sofort nicht mehr aus, eine Einnahmenüberschussrechnung für die Steuererklärung 2017 ist verpflichtend und muss elektronisch übermittelt werden.

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