In 10 Schritten zum eigenen Unternehmen (1/2)

Sie wollen Ihr eigenes Unternehmen gründen, haben aber keine Ahnung wie Sie genau das angehen sollen? Im folgenden Beitrag möchten wir Ihnen in 10 Schritten den ein oder anderen hilfreichen Tipp geben, wie man bei dem Thema „Unternehmensgründung“ vorgeht.

Schritt 1: Ihre Geschäftsidee

Ein gutes Unternehmen braucht eine gute Idee. Jeden Tag begegnen uns mögliche Geschäftsideen, die wir nicht immer erkennen oder über die man gar nicht weiter nachdenkt.

Ein Beispiel: Nach der Mittagspause liegt das Mittagessen noch schwer im Magen und die Produktivität und Motivation hält sich doch eher in Grenzen. So ein Nickerchen wäre da genau das richtige. Das hat sich die heutige Unternehmerin Irina Ivachkovets auch gedacht. In Berlin Kreuzberg hat sie nun ihr Unternehmen „Nickerchen“ gegründet. Wie der Name auch schon verrät, kann man dort – man glaubt es kaum – ein kleines Nickerchen halten. Ein 20-Minuten-Nickerchen kostet hier 8 Euro, inklusive Decke, Ohrstöpsel, Schlafmaske, ein leiser Weckdienst und am Ende eine Tasse Tee. Natürlich können hier und da weitere Leistungen dazu gebucht werden, wie z. B. eine Kopfmassage zum besser Einschlafen.
Mit den simpelsten Ideen und dem gewissen Know-How können tatsächlich einige Erfolge erzielt werden. Selbst mit bereits bestehenden Geschäftsideen kann man aufbauen, indem man seine eigene individuelle Idee mit einbringt und darauf aufbaut.

Was stellen Sie sich vor? Meinen Sie, Sie haben mit Ihrer Idee Erfolg und können damit Geld verdienen? Haben Sie das notwendige Wissen? Wie sieht Ihre Zielgruppe aus und ist diese auch in Reichweite? Warum würde es sich definitiv lohnen Ihre Idee umzusetzen? Um es aus einer andere Perspektive zu betrachten, fragen Sie auch Ihre Freunde oder Ihre Familie, wie sie das ganze sehen. Ist Ihre Idee nachhaltig beziehungsweise zukunftsorientiert? Wie Sie herausfinden, ob Ihr zukünftiges Unternehmen auch taugt, erfahren Sie nicht am Schreibtisch, während Sie ein geeignetes Konzept schreiben wollen. Holen Sie alle nötigen Informationen. Ihre Idee hat etwas mit Gartenarbeiten zu tun? Sprechen Sie mit Gärtnern, Tischlern und Architekten und so weiter. Gehen Sie auf potentielle Kunden zu und fragen Sie nach ihrer Meinung. Würden sie für Ihre Idee Geld bezahlen? Wenn ja, wie viel? Bleibt ein Gewinn für Sie übrig?

Handwerker bei der Arbeit am Laptop

Schritt 2: Die Frage nach der Selbstständigkeit – Sind Sie geeignet ein eigenes Unternehmen zu führen?

Der Weg zur Selbstständigkeit ist definitiv kein Zuckerschlecken. Nicht jeder ist der geborene Unternehmensführer. Sie sollten sich zunächst folgende Fragen stellen und diese für sich ganz ehrlich beantworten:

  • Können Sie grundsätzlich (auch harte) Entscheidungen treffen und vertreten?
  • Können Sie andere motivieren?
  • Können Sie auch Arbeit abgeben oder wollen Sie lieber alles allein erledigen, der Sicherheit halber?
  • Können Sie mit Risiken umgehen? Sind Sie eher vorsichtig oder risikofreudig?
  • Wenn Sie ein klares Ziel haben, egal ob kleine oder große Ziele, erreichen Sie diese auch?
  • Wie gehen Sie mit Fehlschlägen um?
  • Sind Sie kommunikativ, können klare Ansagen machen, aber Missverständnisse vermeiden?
  • Sind Sie in der Lage Verantwortung zu übernehmen und eigene Fehler erkennen und bekennen?
  • Können Sie generell hart arbeiten?
  • Fällt es Ihnen leicht Probleme in kurzer Zeit zu lösen?
  • Können Sie in Stresssituationen einen klaren Kopf bewahren?
  • Besitzen Sie eine gewisse Empathie?
  • Können Sie auch negative Kritik vertragen?

Sie sollten sich auf jeden Fall weitere Meinungen einholen. Stellen Sie auch Ihrer Mama und einem engen Freund diese Fragen und nehmen Sie sich Ihre Äußerungen zu Herzen. Treffen Sie sich auch mit anderen Unternehmensführern in Ihrer Umgebung und fragen Sie sie, was es heißt, ein Unternehmen zu führen.
Wenn Sie sich auch online informieren möchten:  Im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Gründungsportal kann man auch einen einfachen Gründer-Test kostenlos durchführen, was bei Ihrer Entscheidung eventuell auch hilfreich sein kann.

Schritt 3: Lassen Sie sich beraten

Machen Sie nicht alles von Anfang an alleine. Lassen Sie sich helfen und nehmen Sie Unterstützung von Beratern in Kauf. Es muss auch nicht der Experte von der Beratungsstelle XY für 10 Euro/Std sein. Manchmal versteckt sich Ihr Glück auch schon direkt vor Ihrer Haustür. Der ein oder andere AnsprechpartnerIn könnte auch Ihr Nachbar sein, ein Kumpel oder die Freundin Ihres Freundes Freund. Das können Designer sein, Marketing Manager oder vielleicht auch Ihr Papa, der Sie vielleicht schon oft in die Realität zurückgeholt hat, wenn Ihre Fantasie mit Ihnen mal durchging. Sie können Kurse und Fortbildungen besuchen, die kommunale Wirtschaftsförderung, Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer bieten so etwas an. Wenn Sie online affin sind, informieren Sie sich und recherchieren Sie im Internet. Dort bekommen Sie für jede Suchanfrage eine Antwort.

Schritt 4: Schreiben Sie Ihren Businessplan

Genug geplaudert, jetzt geht’s ans Eingemachte. Fangen Sie jetzt an Ihren Businessplan zu erstellen. Hier notieren Sie jeden wichtigen Schritt, den Sie bei Ihrer Gründung Ihres Unternehmens anstreben. Ein Businessplan ist ein Geschäftsplan. Dieser Plan beinhaltet die Idee und dessen Umsetzung und zwar in detaillierter, systematischer Form. Sie sollten Ihren Businessplan sinnvoll gliedern und ihn in Teilplänen unterteilen. Unter anderem werden dabei die Punkte Personalplan, Produktionsplan, Finanzplan, Marketingplan, Material- bzw. Beschaffungsplan, Vertriebsplan usw. aufgelistet. Verlieren Sie den Punkt Finanzen nicht aus den Augen, gerade dieses Thema ist sehr wichtig. Hier werden die Kosten dem erwarteten Umsatz gegenübergestellt.
Einen Geschäftsplan finden Sie auch kostenfrei zum Download auf dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Gründerportal.

Hier geht es weiter zum zweiten Teil.